Burnout РSyndrom: Ersch̦pft, verbittert, ausgebrannt

 

 

Immer mehr Menschen fühlen sich kraftlos, überlastet, sind gestresst und nervös. Von diesem Erschöpfungszustand bis zu einem Burnout – Syndrom ist es oft nur noch ein kleiner Schritt.

 

Bei diesem Syndrom handelt es sich nicht um einen Modetick, wie viele glauben, sondern um ein seelisches und körperliches Problem, das man ernst nehmen sollte.

Die Ursachen dafür liegen meistens in unseren viel zu hohen beruflichen, gesellschaftlichen und familiären Erwartungen.

 

Laut einer Statistik der AOK in Bayern, leiden  25 % aller Menschen zwischen  20 und 60 Jahren zeitweise an diesem Syndrom.

Die Diagnose ist nicht immer einfach – die körperlichen Symptome sind sehr unterschiedlich und reichen von Schlafstörungen über Magen-Darm-Problemen und Herz-Kreislaufbeschwerden bis hin zu Rückenschmerzen und vermehrter Infektanfälligkeit.

Erst wenn sich das Befinden trotz ärztlicher Behandlung nicht verbessert, wird klar, dass Medikamente allein das Problem anscheinend nicht beheben können.

 

 

Das Burnout - Syndrom läuft in verschiedenen Phasen ab :

 

Anfangs ist man erhöhten Anforderungen ausgesetzt und fühlt den Zwang, sich beweisen zu müssen. Dazu sind meistens ein verstärkter Einsatz und Mehrarbeit nötig.

Darüber werden die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt, Konflikte werden verdrängt  (Motto : Augen zu und durch ) und es kommt trotz mehr Energieeinsatzes zu immer weniger Erfolg.

Das frustriert, man fühlt sich innerlich leer und apathisch. Die Belastbarkeit und die Leistungsfähigkeit lassen nach. Man schafft es nicht mehr, sich zu erholen und zu entspannen und ist am Ende völlig erschöpft.

 

Das Burnout - Syndrom trifft Menschen, die über einen zu langen Zeitraum ihre emotionalen , seelischen oder körperlichen Kraftreserven aufgebraucht haben und dies nicht zugeben können oder wollen.

Besonders häufig sind Personen betroffen, deren Arbeit ein hohes Maß an persönlichem Engagement , Einsatz, Einfühlung und Leistung verlangt. Dies können Lehrer, Pflegekräfte, Ärzte, Erzieher, Manager , Sozialarbeiter und Sportler sein – gerade in den letzten Jahren erkranken aber immer mehr Frauen durch die Dreifachbelastung Job-Kinder- Haushalt.

 

Ursachen für das Syndrom gibt es viele :  Rollenkonflikte, Überidentifikation mit dem Beruf, Existenzangst, Probleme am Arbeitsplatz, Beziehungskonflikte, zu viel Verantwortung oder ein zu großes tägliches Arbeitspensum.

 

Oft erkranken Menschen, die viel Selbstdisziplin aufweisen, ein hohes Verantwortungsbewusstsein haben und die ihre Ziele sehr hoch stecken.

Vor allem das Bedürfnis nach Anerkennung und der Wunsch, die Erwartungen anderer erfüllen zu wollen, führen dazu , dass man von seiner Umgebung immer mehr Pflichten und Lasten aufgebürdet bekommt, als man auf Dauer bewältigen kann.

 

Deshalb sollte man sich selbst einige Fragen stellen :

Wann und unter welchen Umständen fühle ich mich überfordert ?

Was erwarte ich von mir  ?

Was will ich damit erreichen ?

Was erwarten die anderen von mir ?

In wieweit bin ich es selbst, der sich überfordert ?

 

Gerade der Begriff „Stress“ wird häufig in Verbindung mit dem Burnout – Syndrom genannt.

„Stress“ bedeutet aber nicht zwangsläufig zu viel Arbeit. So kann auch eine falsche Berufswahl  auf Dauer kräftezehrend wirken und zu einer permanenten Überforderung führen.

Auch die heutzutage ständige Erreichbarkeit, die von vielen Menschen verlangt wird, kann zu Stresssymptomen führen, weil keine echte „Frei“ – Zeit und innere Ruhe mehr möglich ist.

 

Stress wird leicht zum Ehrenabzeichen. Wer keinen Stress hat, ist verdächtig. Leistet derjenige etwa nicht genug ? 

Deshalb  leben viele nach dem Motto : Sage mir, wie viel Stress du hast und ich sage dir, wie wichtig du bist.

 

Übermäßiges berufliches Engagement kann auch eine Flucht sein. Mancher verschafft sich durch zu viel Arbeit auch selbst Stress, um dadurch privaten und familiären Anforderungen und Ansprüchen entgehen zu können.

 

Auch wenn es auf den ersten Blick etwas seltsam erscheint – auch Unterforderung kann zu einem Burnout - Syndrom führen.

Wer arbeitslos ist, seine Arbeit als langweilig empfindet oder unter zu viel Routine leidet, erfährt zu wenig Herausforderung und wichtige Erfolgserlebnisse fehlen.

 

Ebenso kann mangelnde Frustrationstoleranz das Entstehen eines Burnout - Syndroms begünstigen.

Gerade sehr kompetente und erfolgreiche Menschen haben oft keine Bewältigungsstrategien, wenn einmal etwas nicht glatt läuft. „Normale“ Probleme werden dann zu einer Probe für das Selbstbewusstsein, oder Kritik von anderen löst in ihnen das Gefühl aus, versagt zu haben.

 

Viele Frauen stehen vor der schwierigen Situation ihre Berufstätigkeit, die Erziehung der Kinder und den Haushalt bewältigen zu müssen. Dazu kommt meist noch das schlechte Gewissen , dass irgend etwas dabei immer auf der Strecke bleibt.

Die Werbung und prominente „Vorzeige-Frauen“ vermitteln ein völlig falsches Bild davon, was anscheinend alles problemlos zu schaffen ist. Und so treibt viele Frauen die irrreale Vorstellung von der perfekten Mutter, Ehefrau, Hausfrau und Karrierefrau in ein Burnout – Syndrom.

 

 

Die Betreuung und Pflege von behinderten, alten oder chronisch kranken Angehörigen führt auch sehr häufig zur totalen Erschöpfung.

Beständige Sorgen und langwierige Amtswege, um Hilfe zu bekommen , rauben jegliche Energie.

 

Am Anfang eines Burnout Syndroms versuchen viele Menschen mit Schmerz-,Schlaf-, oder Beruhigungstabletten ihrem Problem zu Leibe zu rücken. Ebenso steigen der Nikotin-und Alkoholkonsum. Dies hilft, wenn überhaupt, nur sehr kurzfristig- führt aber nicht selten zu Problemen in der Partnerschaft.

 

Besser ist es, die Selbsteinschätzung in Bezug auf Leistungsfähigkeit, seelische Stabilität und körperliche Belastbarkeit zu modifizieren. Aufgeben oder kürzer treten sind kein Zeichen für eine Charakterschwäche !

 

Um eine kritische Bestandsaufnahme kommt kein Betroffener herum : 

Was macht mein Leben lebenswert ?

Warum bin ich unzufrieden ?

In wieweit stimmen meine Bedürfnisse und Vorstellungen noch mit meiner Lebenssituation überein ?

 

Lernen Sie, überhöhte Erwartungen zurück zu schrauben und auch mal „Nein“ zu sagen.

 

Wichtig ist, dass man sich selbst wieder spürt und eigene körperliche und seelische Bedürfnisse wahrnimmt.

Dafür sollte man Kraftquellen aktivieren : soziale Kontakte und Freundschaften, kleine Freuden und Lichtblicke im Alltag, ein neues Hobby und mehr persönliche „Frei-Zeit“ laden die Batterien besser auf, als ein neues Auto oder mehr Geld.

 

Auch Sport , gezielte Entspannungstechniken ( Yoga, Autogenes Training usw.)  und eine gesunde Lebensweise können schon viel bewirken.

 

Vor allem für Hausfrauen und Mütter hat sich eine „Auszeit“ von der Familie , vielleicht in Form einer Kur, bewährt.

 

Sollte sich nach 3 Monaten, trotz veränderter Lebensweise, nichts verbessert haben, sollten Sie eine Psychotherapie in Betracht ziehen.

Hier erhalten Sie Hilfe zur Selbstreflexion und Unterstützung bei notwendigen Veränderungen.

 

In der Therapie geht es vor allem darum, Einstellungen zu überprüfen und in Frage zu stellen, die im Laufe der Jahre entstanden sind und die sich durch die Erziehung, die eigene Lebenserfahrung oder gesellschaftliche Normen gebildet haben.

Diese Einstellungen sind dafür verantwortlich, wie wir mit belastenden Situationen und Anforderungen umgehen .

Eventuell vorhandene „falsche“ und schädliche Denk- und Verhaltensmuster können aufgedeckt und verändert werden. Diese Denkmuster sind meist sehr eingefahren und treten immer wieder in den verschiedensten Situationen auf , z.B. alles Neue erst einmal als negativ anzusehen.

 

Sollten also Arbeit und Beruf für Sie die einzigen Lebensinhalte sein, ist es dringend an der Zeit etwas zu verändern, um einem Burnout - Syndrom vorzubeugen.

 

Denn jeder, der auf Dauer über seine Kräfte lebt, wird früher oder später körperlich und seelisch krank werden .