Depression: Schatten auf der Seele

 

Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Trübsal und Mutlosigkeit sind Stimmungslagen,

die jeder von uns kennt. Meistens sind diese Gefühle eine  kurzfristige, direkte

Reaktion  auf ein bestimmtes Ereignis und zeitlich begrenzt. Um sich in solchen

Fällen wieder etwas aufzuheitern, greift man auf altbewährte „Rezepte“ zurück : man

trifft sich mit Freunden und redet sich seinen Kummer von der Seele, macht Sport

oder geht spazieren, beschäftigt sich intensiver mit seinen Hobbys oder tut sich

selbst „etwas Gutes“. So gelingt es, sich (zumindest zeitweise) abzulenken und auch

 wieder positive Gefühle zu verspüren.

 

Bei einer Depression ist dies anders :  Die Betroffenen werden von ihren

negativen Gedanken und Gefühlen völlig beherrscht, können ihren Alltag

immer weniger bewältigen oder ihrem Beruf nachgehen und ziehen sich von ihren

 Mitmenschen zurück – manche denken sogar daran, sich das Leben zu nehmen !

 

Die Depression ist eine ernste psychische Erkrankung, die in den letzten 20 Jahren stark zugenommen hat. Warum dies so ist, darüber streiten sich die Experten. Tatsache ist, dass es neben der Angststörung die zweithäufigste psychische Krankheit in den modernen Industrieländern ist. Derzeit sind rund 4 Millionen Menschen in Deutschland deswegen in Behandlung, die tatsächliche Anzahl dürfte jedoch weit höher liegen, da viele Betroffene ihre Beschwerden nicht richtig einordnen können und sich scheuen deswegen einen Arzt aufzusuchen,  auch, da sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden.

Häufig dauert es einige Zeit, bis eine Depression diagnostiziert wird,-  vor allem, wenn bei dem Erkrankten die körperlichen Symptome im Vordergrund stehen, wie es bei der sogenannten „larvierten“ Depression der Fall ist. Hier leiden die Patienten mehr unter körperlichen Beschwerden ( z.B. Magen-Darm –Probleme, Rückenschmerzen oder Herz-Kreislaufstörungen ), für die es trotz eingehender Untersuchungen keine organische Ursache gibt, und weniger unter der typischen depressiven Stimmungslage.

 

Die Ursachen und Auslöser einer Depression sind sehr verschieden, meist kommen mehrere Faktoren zusammen : eine genetische Veranlagung, eine neurobiologische Störung, sowie individuelle Entwicklungs-und Persönlichkeitsfaktoren :

In manchen Familien treten Depressionen gehäuft auf. Dies lässt die Vermutung zu, dass es auch eine vererbbare Veranlagung dafür gibt. Ein „Depressionsgen“ wurde jedoch bisher nicht gefunden. Einige Wissenschaftler sind daher auch der Meinung, dass in erster Linie bestimmte Denk-und Verhaltensmuster , die eine Depression begünstigen, von einem Familienmitglied auf ein anderes „übertragen“ werden.

Bei einer Depression ist der Hirnstoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Die Botenstoffe Serotonin und/ oder Noradrenalin liegen nicht mehr in der nötigen Konzentration vor. So können Impulse zwischen den Hirnzellen nicht mehr richtig übertragen werden, was sich dann auf die Gefühle und Gedanken des Betroffenen auswirkt.

Auch die Persönlichkeit des Einzelnen spielt bei der Entstehung einer Depression eine große Rolle. Menschen, die extrem leistungsorientiert sind,  ein hohes Verantwortungsbewusstsein haben, die viel Wert auf Anerkennung und Harmonie legen und sehr perfektionistisch sind, sind stärker gefährdet, da mit dem wachsendem Anspruch an sich selbst auch die Gefahr von Misserfolgen und Enttäuschungen steigt. Die Betroffenen haben immer häufiger das Gefühl, versagt zu haben und geben sich die Schuld daran. Diese Selbstzweifel führen zu einer negativen Sicht der eigenen Persönlichkeit und dazu, dass die Betroffenen sich selbst, all ihre Handlungen und Beziehungen, sowie die eigene Vergangenheit und Zukunft in Frage stellen.

 

Depressionen treten gehäuft in belastenden Lebensphasen auf. Typische Auslöser sind länger andauernde Überforderungssituationen, Trennungen, der Tod eines nahestehenden Menschen, Mobbing, Partnerschaftsprobleme, Arbeitslosigkeit oder Probleme in der Familie. Auch grundsätzliche Veränderungen in der Lebensgestaltung, wie ein Berufs-oder Wohnortwechsel, die Geburt eines Kindes oder der Eintritt in die Rente können eine Depression auslösen.

 Was jedoch letztendlich zum Auslöser wird, hängt weniger von der Situation an sich ab, sondern vom individuellen Erleben des Einzelnen. Die Art und Weise, wie wir Dinge wahrnehmen, auffassen und bewerten, hat großen Einfluss auf unsere Gefühle, Befinden und unser Verhalten. Was für den einen kein großes Problem darstellt, ist für den anderen eine riesige Belastung. Entscheidend ist, wie jemand auf ein kritisches Lebensereignis reagiert, d. h. über welche Bewältigungs- und Problemlösestrategien er verfügt. Ist man in der Lage, auch Ablehnung und Kritik zu ertragen, kann man Konflikte lösen, hat man gelernt auch mit Fehlern und Niederlagen umzugehen ?  Hier spielt die eigene Lebensgeschichte und die Erziehung eine maßgebliche Rolle. So können ein gesundes Selbstbewusstsein, positive Lebenserfahrungen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten uns helfen, sogar schwierige Situationen zu meistern. Somit können aber auch belastende Erfahrungen und Erlebnisse, die vielleicht sogar teilweise bis in die Kindheit zurückreichen , den Ausbruch einer Depression begünstigen.

Depressionen können auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten : bei Angst-und Zwangsstörungen, bei Drogen-und Alkoholmissbrauch, Essstörungen und Psychosen. Auch manche körperlichen Erkrankungen, wie Hormonstörungen, Erkrankungen der Schilddrüse, Tumore, schwere Infektionen, sowie neurologische Erkrankungen können Depressionen auslösen. Daher ist es wichtig, dass mit der Diagnose einer Depression zunächst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden können.  

 

Depressionen treten in jeder Altersgruppe auf und sind völlig unabhängig von Bildung oder sozialem Status. Insgesamt sind Frauen häufiger davon betroffen als Männer. Gerade bei Männern kann es manchmal länger dauern, bis die Diagnose einer Depression gestellt werden kann: sie gehen  in der Regel seltener zum Arzt als Frauen , zudem versuchen manche ihre depressive Stimmung mit Alkohol zu betäuben – dann steht oft eine Alkoholabhängigkeit im Vordergrund.

 

Der Verlauf einer Depression ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen  müssen nur einmal im Leben diese Krankheit durchstehen, andere erkranken mehrmals und in unregelmäßigen Abständen immer wieder daran. Ebenso variiert die Erkrankungsdauer von einigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren.

 

Die Depression tritt  in verschieden Formen , Ausprägungen und Schweregraden auf.  Neben der hier beschriebenen „typischen“ Depression , die in leicht, mittelschwer und schwer unterteilt wird ( - je nach Art und Anzahl der Symptome)  gibt es noch einige Sonderformen:

Bipolare Störung : Manche Patienten leiden unter einer manisch-depressiven- Störung  (= bipolar). Hier wechseln sich depressive Phasen mit Phasen extremer  Hochstimmung ab.

Dysthymie : darunter versteht man eine chronische, über Jahre hinweg bestehende, depressive Verstimmung, die jedoch nicht den Schweregrad einer Depression erreicht.

SAD : In den Wintermonaten sind manche Menschen von der „Saisonal abhängigen Depression“ betroffen, die im Wesentlichen durch den Mangel an natürlichem Tageslicht ausgelöst wird und zu einem Serotoninmangel führt.

Anpassungsstörung  ( = reaktive Depression )  : diese tritt im direkten Zusammenhang nach einem belastenden Lebensereignis, bzw. in einer Lebenskrise auf und zeigt  sich häufig in einer Mischung aus depressiver Verstimmung und Ängsten.

Larvierte Depression :  Bei diesen Patienten drückt sich die Depression mehr durch  körperlichen Beschwerden, als über psychische Symptome aus.

Postpartale Depression :  Diese Form kann bei Frauen nach einer Entbindung auftreten. Die Gründe hierfür sind hormonelle Umstellungen, aber auch die völlig veränderte Lebenssituation durch die Geburt eines Babys und damit verbundene Ängste.

( Nähere Informationen zu den verschiedenen Formen, sowie Tipps für Angehörige, finden Sie auch auf meiner Website : www.psychotherapie-kutz.de  unter dem  Menüpunkt „Depressionen“ )

 

Die Symptome der Depression können sehr verschieden  und in der unterschiedlichsten Ausprägung  vorhanden sein. Die drei Hauptsymptome zeigen sich aber bei fast allen Erkrankten :

Depressive Stimmung :  Die Betroffenen fühlen sich nicht nur traurig, verzweifelt oder niedergeschlagen, sondern innerlich leer, wie erstarrt oder abgestorben. Alles - die Gegenwart und die Zukunft erscheinen düster und sinnlos. Auch die eigene Lebensgeschichte und Vergangenes werden vor allem negativ interpretiert.

Verminderung des Antriebs :  Man kann sich zu nichts mehr motivieren, muss sich zu allem zwingen und ist ohne jede Energie. Selbst kleine Aufgaben oder Verpflichtungen – alles erscheint zu viel. Der ganz normale Alltag ist nicht mehr zu bewältigen und fühlt sich an wie eine tonnenschwere Last. Typisch ist das sogenannte „Morgentief“ : die Betroffenen wachen oft frühmorgens auf, schaffen es aber nur mit größter Mühe aufzustehen und den Tag zu beginnen. Erst im Tagesverlauf und vor allem gegen Abend hin, geht es ihnen etwas besser.

Verlust von Freude und Interesse : Einem Depressiven gelingt es nicht mehr, sich an irgend etwas zu erfreuen. Sachen, Unternehmungen oder Hobbys, die man früher gern gemacht hat, interessieren nicht mehr. Sportliche Aktivitäten werden eingestellt und soziale Kontakte eingeschränkt oder völlig aufgegeben. Selbst innerhalb der Familie kommt es zum Rückzug.

 

Daneben gibt es noch eine Vielzahl anderer Symptome, die zumeist nicht alle auftreten.

Menschen, die an einer Depression leiden, sind oft schnell erschöpft und chronisch müde. Trotzdem sind viele von einer quälenden inneren Unruhe erfasst und fühlen sich wie getrieben.

Die Betroffenen leiden häufig unter Konzentrationsstörungen und es fällt ihnen schwer, zielgerichtet zu denken. Die Gedanken kreisen und sie grübeln, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Sie überlegen selbst bei alltäglichen Dingen oft lange hin und her und können kaum noch Entscheidungen treffen. Das Gedächtnis ist manchmal nur noch wie das sprichwörtliche „Sieb“ und die Aufmerksamkeit gegenüber der Umwelt und den Mitmenschen stark eingeschränkt.

Die Gedanken sind von Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen geprägt. Viele sehen ihre Erkrankung als ein persönliches Versagen, fühlen sich wertlos und nur noch als eine Belastung für ihre Familie und ihre Mitmenschen. Die Erkrankten werden immer unsicherer in ihrem Selbstbild, eigene Leistungen oder Fähigkeiten werden abgewertet und das Selbstbewusstsein schwindet. In eigene Fehler oder Versäumnisse steigern sie sich regelrecht hinein und fühlen sich zutiefst schuldig.

Bei manchen Betroffenen, vor allem bei Jugendlichen und Männern, zeigt sich auch eine zunehmende Gereiztheit und Aggressivität, die letztendlich nur auf ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit hinweist.

Auch Ängste sind ein häufiges Symptom bei Depressionen. Sie beziehen sich meist auf die Zukunft des Betroffenen, z.B. nie mehr gesund zu werden, den Arbeitsplatz zu verlieren, vom

(Ehe-) Partner betrogen oder verlassen zu werden oder seinen Besitz zu verlieren, bzw. zu verarmen. Diese Ängste zeigen sich mitunter auch in körperlichen Symptomen, wie Schwindel, Atemnot, Herzrasen oder Übelkeit und können sich bis hin zu einer Panikattacke steigern.

 

Besonders die Schlafstörungen empfinden viele Betroffene als besonders quälend. Erst können sie stundenlang nicht einschlafen, weil im Bett die Gedanken wieder beginnen zu kreisen. Dann wachen sie nachts auf und können vor lauter Grübeln nicht mehr einschlafen.

Die meisten Menschen, die an einer Depression erkrankt sind leiden unter Appetitlosigkeit. Nichts schmeckt mehr und sie müssen sich zum Essen oft regelrecht zwingen. Dadurch kommt es mitunter zu starken Gewichtsverlusten.

Aber auch das Gegenteil kann eintreten : bei der SAD ( = „Winterdepression“) entwickeln die Patienten einen enormen Appetit auf Kohlenhydrate, vor allem auf Süßigkeiten und nehmen dann deutlich an Gewicht zu.

Vor allem die körperlichen Symptome bei einer Depression sind sehr vielfältig und können nahezu jedes Organsystem betreffen. Die Menschen leiden unter Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen, Herz-Kreislaufstörungen, haben Schluckbeschwerden oder diverse Schmerzzustände, vor allem Rückenschmerzen.

Ein nachlassendes Interesse an Sexualität und der „Verlust von Lust “ , bei Männern oft verbunden mit Erektionsstörungen, belastet viele depressive Menschen zusätzlich.

 

Am tiefsten Punkt einer Depression angelangt, erscheint manchen Erkrankten ihr Leben völlig sinnlos und nicht mehr lebenswert und der eigene Tod erscheint als einziger Ausweg die Qualen zu beenden. Sie überlegen, wie und wo sie ihrem Leben ein Ende setzen können. Zum Glück bleibt es bei den meisten Betroffenen bei den Gedanken und sie können rechtzeitig mit ärztlicher und psychotherapeutischer Hilfe davon abgehalten werden, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Leider gelingt das nicht immer und immer noch viel zu viele Menschen sterben "mit und an“ ihren Depressionen.

 

Depressionen sind heutzutage gut behandelbar. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell auf den Patienten abgestimmte Therapie führen meist zu guten Erfolgen und vermindern zudem die Gefahr von Rückfällen. Hilfe bietet eine Kombination aus Medikamenten und  Psychotherapie.

 

Zur medikamentösen Behandlung werden in erster Linie Antidepressiva eingesetzt, die den gestörten Hirnstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht bringen. Zur Auswahl steht eine Vielzahl unterschiedlichster Präparate, die alle stimmungsaufhellend sind. Einige wirken zudem eher dämpfend und ausgleichend, andere antriebssteigernd. So kann der Arzt für jeden Patienten und je nach Symptomatik  das passende Medikament auswählen . Es kann daher auch sein, dass für morgens und abends ein unterschiedliches Antidepressivum  verordnet wird.

In den letzten Jahren sind etliche neue Antidepressiva auf den Markt gekommen, die deutlich weniger Nebenwirkungen verursachen als frühere Präparate und somit gut verträglich sind. Dennoch haben viele Menschen Bedenken, solche Medikamente einzunehmen. Entgegen vieler Vorurteile aber machen Antidepressiva nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit. Bei der Einnahme sollte man allerdings beachten, dass es ca. zwei Wochen dauert, bis sie ihre volle Wirksamkeit erreichen und sie nicht einfach nach wenigen Tagen wieder absetzen, weil man glaubt, sie würden nicht helfen. Auch Nebenwirkungen , die sich anfangs zeigen, verschwinden oft nach kurzer Zeit – ist dies nicht der Fall, kann der Arzt ein Medikament aus einer anderen Wirkstoffgruppe einsetzen.

Wichtig ist es, das Antidepressivum wie verordnet und ausreichend lange zu nehmen. Die Akutbehandlung dauert mindestens 4 bis 6 Monate. Daran setzt noch eine Erhaltungstherapie an, um die Gefahr eines Rückfalls zu vermindern.

 

Neben der medikamentösen Behandlung trägt eine begleitende Psychotherapie dazu bei, die depressive Erkrankung zu überwinden. Das Ziel ist hier, die depressiven Verhaltensweisen und Denkstrukturen zu erkennen, abzubauen und durch positive zu ersetzen.

Zuerst aber wird der Patient ausführlich über seine Erkrankung informiert. Danach wird der Betroffene gemeinsam mit dem Therapeuten eine aktivierende Tagesstruktur erarbeiten,  um dem typischen Aktivitäts-und Interessenverlust und den damit einhergehenden Mangel an positiven Erfahrungen entgegen zu wirken. Ein regelmäßiger Tagesablauf ist anfangs eine große Hilfe und gibt demjenigen das gute Gefühl, seinen Alltag wieder ein bisschen besser im Griff zu haben. Hierzu werden mehr angenehme Aktivitäten und ausreichende Pausen in den Tagesplan eingebaut. Andererseits wird aber auch versucht, unangenehme Verpflichtungen und Belastungen möglichst zu reduzieren oder zu vermeiden. Wichtig ist, dass der Betroffene erkennt, dass seine Inaktivität und sein Rückzug die depressive Verstimmung verstärken und aufrecht erhalten, um dann mit dem Therapeuten ein Konzept dagegen zu entwickeln.

Als nächstes werden in der sogenannten „kognitiven Verhaltenstherapie“  die für die Depression typischen negativen Wahrnehmungen und Denkmuster aufgedeckt und schrittweise verändert.

Negative Gedanken, Grundeinstellungen und Überzeugungen sind dafür verantwortlich, dass die Erkrankten die Realität auch depressiv verzerrt wahrnehmen und Situationen, Ereignisse und Begebenheiten oft falsch interpretieren.  In der Therapie lernen die Betroffenen, sich den negativen Gedanken entgegen zu stellen, sie zu hinterfragen und zu überprüfen, um sie dann korrigieren zu können und andere, realistische Denkweisen zu entwickeln. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse kann der Patient dann nach und nach in seinem Alltag umsetzen.

Ebenso werden in der Therapie auch Lösungen und Bewältigungsstrategien für die Probleme und Konflikte in der Partnerschaft, der Familie oder am Arbeitsplatz erarbeitet, die womöglich die Depression ausgelöst haben.

 

Mitunter ist es wichtig, den Ursachen einer Depression genauer auf den Grund zu gehen. Dabei können Erlebnisse aus Kindheit und Jugend zur Sprache kommen, die noch im Erwachsenenalter einen großen und negativen Einfluss auf den Alltag und die sozialen Beziehungen zu anderen haben.

 

Zum Abschluss wird in der Therapie an einer Rückfallprophylaxe gearbeitet. Der Betroffene soll erkennen, welche Bedingungen bei ihm persönlich einen Rückfall auslösen könnten und mit welchen „Frühsymptomen“ sich eine erneute depressive Phase ankündigt. Wann sollte er wieder mit seinem Therapeuten in Kontakt treten, bzw. auf das erprobte Medikament zurückgreifen ? Welche zuvor erarbeiteten Strategien kann er einsetzen, um ein erneutes Abgleiten in eine depressive Phase zu verhindern ?

 

Bei schweren Depressionen kann es sein, dass eine ambulante Psychotherapie nicht ausreicht, da der Erkrankte nicht mehr in der Lage ist das Haus zu verlassen, schon lange arbeitsunfähig ist oder die Gedanken an eine Selbsttötung immer drängender werden. Dann ist ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik die beste Lösung .

 

Eine Depression ist nichts wofür man sich schämen müsste. Es kann jeden Menschen jederzeit treffen ! Aber mit der richtigen Behandlung und Therapie wird es um die Betroffenen herum bald wieder „heller“ und die Lebensfreude kehrt zurück – auch wenn dies für die Erkrankten oft mit einem guten Stück „Arbeit“ verbunden ist.

Viele Menschen, die diese Krankheit überwunden haben, sagen dass die Depression der Anstoß dafür war, sich das eigene Leben mal etwas genauer anzusehen und notwendige Veränderungen  endlich anzugehen.