Eifersucht

                           Eifersucht ……

 

ist eine Eigenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. 

 

Diese alte Volksweisheit beschreibt nur annähernd, wie groß das Problem wirklich ist und welche persönlichen Schicksale damit verbunden sind.

Deutlicher wird es, wenn wir einen Blick in die Zeitung werfen, - nahezu täglich ist dort von Familiendramen die Rede. Nach einer Statistik der Kriminalpolizei soll bei 3 von 5 Tötungsdelikten Eifersucht das Motiv sein, nach dem Motto :  „Wenn ich dich nicht für mich alleine haben kann, dann soll dich auch kein anderer haben“.

 

Eifersüchtige Menschen trifft man überall auf der Welt , in allen Schichten und allen Altersklassen.

Das Ergebnis einer Umfrage der Gesellschaft für Psychologie zeigt, dass 80 % aller Frauen und Männer von sich selbst sagen, dass sie eifersüchtig sind.  Dies sind doppelt so viele wie noch vor  20 Jahren. Was ist der Grund für diese steigende Tendenz ?

Gerade in unserer Gesellschaft, in der dauerhafte Beziehungen anscheinend immer seltener werden, klammern sich viele an ihren Partner. Dieser wird zum Mittelpunkt des eigenen Lebens, - er soll alle Wünsche erfüllen und Glück, Sicherheit und Geborgenheit liefern.

Deshalb sind Menschen besonders stark von Eifersucht betroffen, die ihr Lebensglück von ihrem Partner abhängig machen , anstatt Freude und Erfüllung auch in anderen Bereichen des Lebens zu finden.

 

Der Grundstein für eifersüchtige Gefühle wird manchmal schon in der Kindheit gelegt.

Kinder, die spüren, dass die Liebe der Eltern an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, die sie oft nicht erfüllen können, werden glauben, dass sie an sich nicht liebenswert sind und sie werden sich später nicht vorstellen können, dass sie von ihrem Partner „einfach so“ und um ihrer selbst willen geliebt werden.

Ein sehr beliebtes Erziehungsmittel ist auch der Vergleich mit anderen Kindern.  („Nimm dir ein Beispiel an … . “ )

So haben wir gelernt, uns minderwertig zu fühlen, wenn wir nicht so waren, wie andere, die uns als Vorbild hingestellt wurden. Als Erwachsene haben wir dieses Vergleichen mit anderen beibehalten und sehen überall Konkurrenten und Rivalen, von denen wir denken, dass sie uns überlegen sind.

 

Unter dem Begriff „ Eifersucht“ steht im Brockhaus :  qualvoll erlebtes Gefühl vermeintlichen oder tatsächlichen Liebesentzugs.

Eigentlich ist es aber nicht nur ein Gefühl, sondern ein regelrechter Cocktail , der aus Angst, Minderwertigkeitsgefühlen, Wut, Rachegelüsten und Aggressivität besteht. Diese Gefühle gehen außerdem oft mit einer Antriebsschwäche und Freudlosigkeit einher, da man ja ständig mit der Angst lebt, den Partner zu verlieren , so dass der Alltag für die Betroffenen zur Qual wird.  

Der eine fühlt sich hintergangen und betrogen, der andere ungerecht behandelt oder angekettet – ein Teufelskreis, der zu heftigen Auseinandersetzungen, Krisen und sogar häufig zur Trennung führt.

 

Die Angst, vom Partner nicht mehr geliebt und verlassen zu werden, kann in regelrechte Panik ausarten und führt leider manchmal dazu, dass man nicht mehr klar denken kann und „ausrastet“.

Dazu kommt Hass gegen eine dritte Person, die entweder tatsächlich oder nur in der eigenen Phantasie existiert.  Ein so starkes Gefühl wie Hass empfinden wir aber nur, wenn wir uns verletzt oder angegriffen fühlen und wenn wir hilflos und ohnmächtig sind .

 

Die Angst, den Partner zu verlieren und der Hass gegen eine dritte Person haben aber eine gemeinsame Ursache :  starke Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle.

 Die Unfähigkeit, sich selbst anzunehmen und sich als wertvoll und liebenswert anzusehen, ist letztlich die Hauptursache für eifersüchtiges Verhalten.

Der Schriftsteller Max Frisch schrieb: „ Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich.“

Diese Angst hat man entwickelt, da man überzeugt ist, bei einem Vergleich mit anderen immer schlecht abzuschneiden und deshalb denkt man von sich selbst sehr gering.

Wenn wir aber von uns selbst gering denken, glauben wir unserem Partner nicht, dass er uns, - eine so minderwertige und unattraktive Person – überhaupt lieben kann und fordern ständig neue Liebesbeweise. ( z.B. : „wenn du mich lieben würdest, würdest du auf den Skatabend verzichten“. )

Doch irgendwann muss man einsehen, dass kein Liebesbeweis unser Selbstwertgefühl stärken kann.  Es sind also die Zweifel an uns selbst und an der eigenen Attraktivität, die dazu führen, dass wir die Liebe und Anerkennung unseres Partners brauchen, um uns aufzuwerten.

 

Eifersüchtige Menschen geben dem Partner die Schuld für ihr eifersüchtiges Verhalten: „ Weil mein  Partner dies oder jenes tut, muss ich ja eifersüchtig reagieren“.

Dies hat zur Folge, dass die Betroffenen von ihrem Partner erwarten, dass er sich ändert – tut er es nicht , ist dies ein weiterer Beweis für seine mangelnde Liebe.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir unsere Eifersucht selbst auslösen. 

Man sieht überall Gefahren für die Liebe und hat lebhafte Phantasien, in denen man sich das Schlimmste ausmalt, - kommt der Partner zu spät, folgert man daraus, dass er fremdgegangen ist.

Das Tragische daran ist, dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, ihre Schlussfolgerungen in Frage zu stellen. In Wirklichkeit sind Eifersuchtsgefühle meist nur das Ergebnis von Vermutungen ; d.h.  wir können eifersüchtige Gefühle kontrollieren, wenn wir es schaffen, Situationen realistischer zu beurteilen.

 

Sicherlich ist Eifersucht manchmal verständlich und begründet, wenn ein Partner den anderen  betrogen hat. Dann ist es „normal“ wenn man dem Partner Vorwürfe macht und ihn kontrolliert. Allerdings nur für eine befristete Zeit, - irgendwann ist es für die Beziehung und den eigenen inneren Frieden notwendig, zu verzeihen und wieder Vertrauen aufzubauen.

Es ist sinnvoller gemeinsam mit dem Partner herauszufinden, was in der Beziehung vorher nicht gestimmt hat und weshalb es zu dem Seitensprung kam , als zu glauben, durch ständige Kontrollen so etwas in Zukunft vermeiden zu können.

 

 

Wie können Sie jedoch Ihre Eifersucht besser in den Griff  bekommen ? :

Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein !  Ein gesundes Selbstvertrauen ist die wirksamste Waffe gegen  Eifersucht. Dazu ist es nötig, dass Sie unabhängiger von der Bestätigung und Anerkennung Ihres Partners werden.

Deshalb  sollten Sie mehr auf andere Menschen zugehen, sich um einen eigenen Freundeskreis bemühen und eigene Interessen pflegen. Je mehr Sie lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, umso weniger Angst werden Sie verspüren, Ihren Partner zu verlieren.

Wenn der Sinn Ihres Lebens nicht nur in Ihrer Partnerschaft besteht, werden Sie für eifersüchtige Gefühle und Gedanken weniger anfällig sein.

 

Überprüfen Sie Ihre Katastrophenphantasien immer wieder , inwieweit sie der Realität entsprechen.

Halten Sie sich an die Tatsachen und nicht an das, was Sie dahinter vermuten. Das meiste existiert nur in Ihrer Einbildung.

 

Wenn Sie es trotzdem nicht schaffen, Ihre Eifersucht zu überwinden, sollten Sie sich Rat und Hilfe bei einem Psychotherapeuten oder Psychologen holen.

Vor allem dann, wenn Sie sich und Ihrem Partner mit Eifersuchtsanfällen das Leben zur Hölle machen und Ihre Beziehung dadurch schon stark gefährdet ist.

 

Manche Menschen behaupten zwar :  Eifersucht ist das Salz in der Suppe der Liebe.

Doch wie sollen Misstrauen, Vorwürfe und Unterstellungen eine Partnerschaft stärken ?

Mit Eifersucht kann man die Liebe nur „versalzen“.

Die Basis für eine gute Beziehung sind Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und die Freiheit, sich entwickeln und entfalten zu können.