Gute Vorsätze: Im nächsten Jahr wird alles anders

 

Die Silvesternacht ist ein beliebter Zeitpunkt für gute Vorsätze, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich. Die anvisierten Ziele sind oft ähnlich : abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben oder sich intensiver um die Familie kümmern.

 

Fast jeder startet mit guten Vorsätzen ins Neue Jahr – und doch ist oft schon nach wenigen Tagen alles wieder wie zuvor. Veränderungen waren, wenn überhaupt, nur kurzzeitig und die Pläne wurden schnell wieder aufgegeben. Man ist frustriert und hat ein schlechtes Gewissen.

 Aber woran liegt es, dass so viele Menschen regelmäßig und jedes Jahr auf ´s Neue an der Verwirklichung  ihrer Vorsätze scheitern ?

 

 

Beim Umsetzen gefasster Ziele gibt es bestimmte Verhaltens-und Vorgehensweisen, die geradezu prädestiniert sind schon im Ansatz zu misslingen :

 

Das Ziel ist unerreichbar :

Hohe Erwartungen an uns werden von unserer Umwelt, unserem Partner, den Freunden aber auch durch unsere Erziehung vermittelt. Die meisten Menschen haben schon früh gelernt, dass sie nur gut und perfekt sind, wenn sie etwas leisten und erreichen. Das hat dazu geführt, dass inzwischen nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben ein großer Leistungsdruck entstanden ist. Die Folge ist, dass sich viele Menschen ihre persönliche Messlatte so hoch legen, dass ein Scheitern vorprogrammiert ist.

So ist es ziemlich unrealistisch sich vorzunehmen, im Leben nie mehr Schokolade zu essen oder bis zum nächsten Urlaub, der in vier Monaten sein wird, mal schnell 25 Kilo abzunehmen.

Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass jemand von heute auf morgen täglich 2  Stunden joggt und zum Fitness-Fan wird, der bisher ein ausgesprochener Sportmuffel war.  

Wichtig ist also, dass Vorsätze im Wesentlichen zur eigenen Persönlichkeit passen  und dass deren Umsetzung im Alltag auch realisierbar ist.

 

Das Ziel ist zu ungenau :

Wer in seinem Leben das eine oder andere verändern möchte, sollte sich klare und genau definierte Ziele setzen.

 Allzu „schwammige“ Formulierungen sorgen dafür, dass man sich leicht das berühmte „Hintertürchen“ offen lässt.

Neue Verhaltensweisen lassen sich leichter annehmen, wenn sie sehr konkret geplant sind.

Anstelle von „im kommenden Jahr möchte ich abnehmen“ ist es sinnvoller sein Ziel genau zu formulieren : „ ich werde so viel abnehmen, dass mir meine Lieblingshose wieder passt“. 

Der gute Vorsatz, gesünder zu leben, lässt sich leichter umsetzen, wenn man genau in Worte fasst, was man persönlich bereit ist dafür zu tun. Also : „ab morgen nur noch freitags  fast-food“, oder „drei alkoholfreie Tage pro Woche“.

Oft hilft es auch das Ziel und die dazu nötigen Verhaltensweisen aufzuschreiben. Was schwarz auf weiß geschrieben ist, wirkt so verbindlicher.

 

Der Zeitpunkt ist unpassend :

Mitunter scheitern Menschen an der Umsetzung ihrer Vorsätze, weil der dafür gewählte Zeitpunkt nicht der richtige ist. Um gewisse Veränderungen durchführen zu können, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Manche Ziele fordern viel Kraft, Engagement oder Zeit.

Der Vorsatz mit dem Rauchen aufzuhören, ist sicherlich sehr sinnvoll – aber wer schon vorher weiß, dass die nächsten vier Wochen im Beruf vermutlich sehr stressig sein werden, sollte die Umsetzung dafür auf einen späteren Zeitpunkt ( der allerdings klar festgelegt werden sollte ! ) verschieben.

Wer eine Diät beginnen möchte, sollte sich also vergewissern, dass in den kommenden Wochen nicht allzu viele Feste oder Familienfeiern anstehen.

 

Zu viele Ziele :

Zu viele gute Vorsätze stehen einander eher im Weg. Es ist besser, sich zunächst auf eine Sache zu konzentrieren und diese dafür aber konsequent zu verfolgen. Einem starken Raucher kostet das Ziel, sich sein Laster abzugewöhnen, schon so viel Energie, dass er kaum in der Lage sein dürfte, gleichzeitig auch noch andere Veränderungen in seinem Leben durchzuführen.

 

Das Ziel ist richtig, aber der Weg ist falsch :

Häufig kommt es zu Rückschlägen und die Frustration steigt, weil zwar das Ziel gut definiert ist, aber die Umsetzung nicht so recht gelingen will.

Manchmal fehlt ein genauer Plan, wie man sein Ziel erreichen möchte oder dieser Plan erweist sich als ungenügend.

Möchte jemand abnehmen, kann es sein, dass er dieses Ziel nur durch etwas mehr Bewegung gar nicht erreichen kann. Er braucht also noch andere „Hilfsmittel“ , um Erfolg zu haben : vielleicht eine Ernährungsberatung, Abnehmen in einer Gruppe mit anderen, ein speziell für ihn gestalteter Ernährungsplan oder ein für ihn passendes Fitness- Training.

Die Überlegung wäre dann : wer oder was kann mir noch helfen, mein Ziel zu erreichen ?

 

Man gibt zu schnell auf :

Viele Menschen resignieren, weil sie meinen, nicht schnell genug voran zu kommen. Andere geben schon beim ersten Rückschlag auf.

Aber wie heißt es so schön : „ Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ ! Verhaltenstherapeuten wissen, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis alte Verhaltensmuster abgelegt und sich neue Verhaltensweisen manifestieren können. Daher ist ein Rückfall in alte Gewohnheiten ganz normal, sollte einkalkuliert und keinesfalls als Anlass genommen werden, sein Ziel vorschnell aufzugeben.

Auch wenn an einem Tag der „innere Schweinhund“  gesiegt hat, kann man ihn am nächsten Tag wieder bekämpfen !

Danach sollte man überlegen, was den Rückfall womöglich ausgelöst hat und dann unbeirrt in seinem Plan weitermachen und durchhalten. Ein „Aussetzer“ ist noch lange kein Versagen oder Scheitern !

Wer sich zu schnell von Rückfällen entmutigen lässt, könnte schon von Beginn an einen „Joker“ pro Woche einplanen. Dieser Joker darf eingelöst werden, wenn das Stück Sahnetorte doch zu reizvoll war oder das Wetter entschieden zu schlecht ist für den geplanten Waldlauf.

 

Das geplante Ziel ist nicht das eigene :

Einer der häufigsten Gründe, warum viele Menschen es nicht schaffen,  Ziele auch zu verwirklichen, ist die mangelnde Motivation. Motiviert kann man aber nur an Dinge herangehen, wenn man auch selbst innerlich davon überzeugt ist.

 Wer Veränderungen einem anderen zuliebe angeht oder Dinge nur tut, weil ein anderer dazu rät, wird kaum Erfolg haben.

Auch wenn es noch vernünftig wäre, den Rat des Hausarztes zu befolgen, wird keiner auch nur ein Kilogramm an Gewicht verlieren oder das Rauchen aufgeben, wenn er nicht selbst davon überzeugt ist und es auch wirklich will.

Die Aussage : „ ich müsste“ oder „ ich sollte“ kann ein Hinweis darauf sein, dass man gar nicht die eigenen Ziele verfolgt. Das führt letztendlich dazu, dass man etwas als Misserfolg erlebt und frustriert ist, was man eigentlich selbst gar nicht wollte !

 

 

Bevor man also einen guten Vorsatz fasst, sollte man sich näher damit beschäftigen, warum man sich überhaupt mit diesem Gedanken trägt. Das funktioniert am besten, wenn man sich hinsetzt und die Gründe für die gewünschte Veränderung aufschreibt :

Was möchte ich ?

Warum möchte ich das ?

Was erhoffe ich mir davon  ?

Erst wer die eigene Motivation näher ansieht, kann erkennen ob es sich dabei um einen „echten“ Vorsatz handelt, oder ob es eigentlich um etwas ganz anderes geht.

 

Ist das geklärt, kann man die nächsten Fragen beantworten :

Was werde ich dafür tun ?

Welche Schritte sind nötig ?

Wer oder was kann mir dabei helfen ? 

Wie sieht der Zeitplan dafür aus ?

Welche Hindernisse könnten bei der Umsetzung auftreten und wie könnte ich diese bewältigen ?

 

Oft ist es gar nicht so leicht, diese Fragen zu beantworten.

Hilfreich kann da ein professionelles Coaching sein, das viele Psychologen anbieten.

Ein Coach ist ein Berater und Begleiter , der Ihnen hilft, Ihre persönlichen Stärken und Ressourcen zu erkennen und  weiter zu entwickeln. Er begleitet Sie bei der Erarbeitung und Umsetzung von Handlungsstrategien und hilft Ihnen, Ihre privaten und beruflichen Ziele zu verwirklichen.

 Dazu gehört auch eine Analyse Ihrer bisherigen Denk- und Verhaltensmuster, um zu erkennen, was bislang dazu geführt hat, dass Sie geplante Vorsätze nicht verwirklichen konnten und Erfolge ausblieben.