Weihnachtsgeschenke: Alle Jahre wieder

        

 

kurz vor Weihnachten treibt es vielen Eltern den Schweiß auf die Stirn, wenn die Kinder ihnen den diesjährigen Wunschzettel präsentieren, der mehr wie ein Bestellschein aussieht, versehen mit Katalognummern und Preisen.

So mancher kommt da ins Grübeln über den Sinn und Zweck von Weihnachtsgeschenken.

 

Aber es ist auch gar nicht so einfach, richtig zu wünschen. Jeder von uns hat schon einmal Geld für etwas ausgegeben, von dem er hinterher wusste, dass es unsinnig oder unnötig war. Es braucht viel Erfahrung abzuschätzen, was man wirklich braucht. Viele Erwachsene tun sich schwer solche Entscheidungen zu treffen und Kinder sind damit meist überfordert.

 

Die vermeintliche Maßlosigkeit unserer Kinder haben wir größtenteils der Konsumwelt zu verdanken, in der sie aufwachsen.

In der Vorweihnachtszeit läuft die Werbung in Zeitungen, Fernsehen und Zeitschriften auf Hochtouren und überschüttet uns und unsere Kinder.

Kaum ein Kind kann sich dem entziehen und wünscht sich all die tollen Sachen, die es sieht. Das ist völlig in Ordnung, schließlich darf man sich wünschen, was man

will !

 Wünsche dürfen grenzenlos sein, denn sie kommen aus der Phantasie. Die Aufgabe der Eltern ist es aber dann aus diesen Wünschen eine Auswahl zu treffen : welche Wünsche sind realisierbar und erfüllbar ?

Versuchen Sie die Wichtigkeit und Dringlichkeit eines Wunsches herauszubekommen. Es gibt Herzenswünsche, die ein Kind schon länger mit sich herumträgt, von denen es immer wieder spricht – die also von Dauer sind. Andere Wünsche werden nur nebenbei erwähnt oder tauchen auf dem Wunschzettel das erste Mal auf.

 

Viele Kinder werden sich etwas wünschen, das ihren Status im Kindergarten oder in der Schule hebt. Auch wenn Sie als Eltern nicht allzu viel von diesem „Marken- Terror“ halten, sollten Sie trotzdem, wenn es Ihnen möglich ist, in gewissem Maße auf diese Wünsche eingehen.

In manchen Entwicklungsphasen ist es für Kinder wichtig, zu einer bestimmten Gruppe zu gehören, dennn sie können sich als Außenseiter schlecht behaupten. Selbstbewusstsein ist schließlich etwas, das erst wachsen muss !

 

Erwarten Sie nicht, dass ein Kinderwunsch mit Verstand ausgesprochen wird. Jüngere Kinder können „hochwertig“ nicht von „minderwertig“ unterscheiden. Verstand brauchen nur die Eltern, um das richtige herauszufiltern.

Ein Kind kann nicht einschätzen, warum die Eisenbahn aus Naturholz pädagogisch wertvoller sein soll als das geliebte Plastikmonster aus dem Kaufhaus.

Rechnen Sie daher nicht damit, dass Ihr Kind am liebsten mit hochwertigem Spielzeug spielt. Oft haben Spielsachen, die den Pädagogen die Haare zu Berge stehen lassen und die auf keiner Empfehlungsliste auftauchen, keinen geringeren Spielwert als die gut gemeinten teuren Dinge. Wichtig ist nur, dass das Kind damit gern und kreativ spielt !

 

Nehmen Sie einen Kinderwunsch ernst und lachen Sie nicht darüber, wenn sich Ihre Tochter einen Bagger oder Ihr Sohn sich eine Puppe wünscht. Gerade diese Wünsche sind oft Herzenswünsche und vielen Kindern kostet es eine gewisse Überwindung sie zu äußern, da sie schon früh mit einem geschlechtskonformen Rollenbild konfrontiert werden.

Machen Sie sich frei von den Gedanken, womit ein Mädchen oder ein Junge spielen sollte und erfüllen Sie gerade eben solche „unkonventionellen“ Wünsche.

 

Was tun, wenn Ihnen ein Spielzeug nicht gefällt ? Wenn möglich, drücken Sie ein Auge zu, denn Schenken heißt Freude bereiten und nicht pädagogische Richtlinien bedienen.

Allerdings sollten Sie durchaus auch den Mut zu einem deutlichen „nein“ haben, wenn das Gewünschte zu scheußlich ist oder mit Ihrer persönlichen Einstellung  (z.B. Kriegsspielzeug ) nun gar nicht zu vereinbaren ist. Erklären Sie aber Ihrem Nachwuchs, warum Sie dieses Spielzeug ablehnen : Ihre feste Überzeugung und Meinung dazu setzt Richtlinien und gibt Orientierung !

 

Natürlich sollten Sie alle nicht altersgemäßen Wünsche ablehnen. Vor allem bei  Computerspielen und  DVD`s  unbedingt auf die Altersangabe achten !

 

Seien Sie selbstkritisch wenn es darum geht, wem Sie mit dem Geschenk eine Freude bereiten wollen. Dem Kind oder womöglich sogar sich selbst ? Kann es sein, dass Sie sich als Kind etwas gewünscht, aber nie bekommen haben und jetzt wäre eine passende „Gelegenheit“ sich diesen Wunsch vielleicht doch noch irgendwie zu erfüllen ?

So manche Auto-Rennbahn hat so ihren Weg ins Kinderzimmer gefunden.

 

Mitunter spielt auch das schlechte Gewissen eine große Rolle, wenn Kinder zu viel beschenkt werden. Viele berufstätige Eltern, Alleinerziehende und getrennt lebende Väter haben das Gefühl, sich während des Jahres zu wenig um den Nachwuchs gekümmert zu haben und  möchten dies nun mit etwas Großartigem kompensieren. Aber ein Kind, das mit seinem teuren und pädagogisch wertvollen Spielzeug allein im Kinderzimmer sitzt, hat nichts von all den vielen Sachen.

 

Zum  Spielen braucht jedes Kind ein Gegenüber, einen Menschen der Zeit und Freude daran  hat mit ihm gemeinsam in eine Phantasiewelt abzutauchen. Schenken Sie deshalb Ihren Kindern etwas, das heutzutage sehr selten und kostbar zu sein scheint :  Zeit !